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Badwater-Race 2007 – Death Valley – USA – 217 KM 4.300 Höhenmeter
Nach fünf Jahren kehrte ich zurück, um meine offene Rechnung beim Badwater-Race zu begleichen. Hier musste ich 2002 meine schwerste Niederlage einstecken und nach 90 KM aufgeben. Diesmal war ich mit Dagmar am Start und zum Glück waren wir beide in derselben Startgruppe um 10.00 Uhr. Meine Crew, die mich betreuen sollte, bestand aus den erfahrenen Badwater-Supportern, Michael Klob, Tom Eigner und Jürgen Ankenbrand.

Zum 30jährigen Jubiläum war die komplette Ultra-Weltelite der Männer gemeldet. Die Temperaturen am Start betrugen kühle 42°C und der Himmel war bedeckt; für Badwater-Verhältnisse recht ungewöhnlich (2002 hatte ich 50°C am Start). Grund genug für die Männerspitze, ein Höllentempo anzugehen. Vom tiefsten Punkt der USA geht es erst einmal 27 KM bis zum ersten Check-Point, Furnace Creek. Meine Durchgangszeit von 2:35 Std. bedeutete an dieser Stelle Platz 7.

Meine Crew hatte sich inzwischen gut eingespielt, jede Meile wurde gestoppt und ich wurde im Laufen mit Getränken und Abkühlung durch Eiswasser versorgt. Langsam lösten sich die Wolken auf und die Sonne ließ die Temperaturen auf 50°C ansteigen – echte Badwater-Verhältnisse.

Bei KM 45 bekam ich durch irgendeine Nahrungsaufnahme große Magenprobleme und musste erst einmal einen Gang zurückschalten. Über eine Stunde hatte ich damit zu kämpfen, bis es wieder besser lief. Den zweiten Check-Point, Stovepipe Wells bei KM 67, erreichte ich nach 7:55 Std. Nach einer kurzen Pause mit einer großen Schüssel Kinderbrei wartete der erste große Anstieg auf mich: der Townes Pass, 27 KM bergauf. Danach der Abstieg von 15 KM zum dritten Check-Point, Panamint Springs. Die Nacht war sternenklar, nicht mehr so heiß und es lief gut. Am Fuße des Passes wieder 15 min. Pause bei einer Dose Eierravioli, die mich für den nächsten Anstieg stärkte: eine 23 KM lange, kurvenreiche Strasse hinauf nach Father Crowlys Point. Am frühen Morgen hatte ich beide Pässe überwunden und erreichte Darwin, den vierten Checkpoint. Ich lief zügig weiter, denn jetzt kam eine lange Ebene bis Lone Pine (Einsame Fichte) und es wurde wieder sehr heiß, wieder 50°C. Schon 70 KM vorher ist das Ziel auszumachen, der Mt. Whitney mit seinen Serpentinenstrassen zum Whitney-Portal. Auch wenn man das Ziel schon sehen konnte, wurde es noch ein langer Weg. Die Mittagshitze schlauchte und führte bei mir zu einem weiteren Tief. Ich musste 10 Meilen gehen, bis es wieder lief. Die Sonne brannte, Micha und Tom hatten alle Hände voll zu tun, um mich feucht zu halten und somit ein Überhitzen zu verhindern.

Kurz vor Lone Pine erholte ich mich wieder und fand wieder einen Laufrhythmus. Am vorletzten Check-Point machte ich noch mal eine kurze Pause von 20 Minuten um mich für den letzten großen Anstieg zum Mount Whitney Portal zu stärken. Ich hatte durch meinen Einbruch viel Zeit verloren, wusste aber, dass ich durch einen schnellen Aufstieg noch mal Boden gut machen konnte. Mit einem Kraftakt aus Wille und Verzweiflung lief ich einen der schnellsten Splits auf den Mt. Whitney und erreichte das Ziel in 33:02 Std. Damit lag ich auf Platz 14, war bester Deutscher und holte noch die zweitbeste deutsche Zeit in der 30jährigen Geschichte Badwaters.

Dieses Rennen war das schnellste Badwater-Rennen aller Zeiten. Ich selbst bin mit meiner Leistung im Alter von 55 Jahren absolut zufrieden und freue mich, dass ich endlich meine „offene Rechnung“ beglichen habe.

Ein großes Dankeschön an meine Crew, ohne die ich diese Leistung nicht geschafft hätte.
Es war wieder mal ein beeindruckendes Erlebnis, denn das Badwater-Race ist einmalig auf der Welt.

Jetzt ist erst einmal Pause und dann beginnt das neue Training für 2008

Bis bald

euer Achim.